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Neuinstandstellungsmarkierungen an Schweizer Gewehren (Erstellt: 15.12.2018)

Die Schweizer Gewehre waren die persönliche Waffe des jeweiligen Soldaten. Das heisst, dass jeder Soldat ein auf ihn eingetragenes Gewehr besass, welches er zuhause aufbewahrte. Am Ende der Dienstzeit ging diese Waffe dann, ebenfalls in der Regel, in das Eigentum des Soldaten über.

Es gab Situationen, in welchen der Soldat eine andere Waffe erhielt. Hier ein paar Beispiele:
- der Soldat wurde Offizier und war nur noch mit einer Faustfeuerwaffe (z.B. Revolver oder Pistole) ausgerüstet
- der Soldat wurde in den Landsturm eingeteilt, in welchem aus logistischen Gründen ältere Waffen (z.B. Infanteriegewehr 11) eingesetzt wurden. Die neueren Waffen (z.B. Karabiner 11) wurden den Soldaten ausgegeben.
- die Einheiten wurden umgerüstet und die alten Waffen wurden an andere Einheiten ausgegeben
- der Soldat hatte seine Dienstzeit beendet, erhielt aber eine ältere Waffe (z.B. Infanteriegewehr 11) ins Privateigentum, da die neuere Waffe (z.B. Karabiner 31) aus logistischen Gründen noch weiter eingesetzt wird.
- etc.

In den Fällen, wo nun eine Waffe neu eingesetzt wurde und diese somit als persönliche Waffe an einen anderen Soldaten ging, musste sichergestellt werden, dass die Waffe wieder wie "neu" war. Aus diesem Grund wurden diese Gewehre in den Zeughäusern und der Waffenfabrik Bern neuinstandgestellt. Nach einer Neuinstandstellung entsprach die Waffe einer neuen Waffe. Es wurden neue Läufe montiert, defekte Teile ersetzt, der Schaft wurde ersetzt, es wurden alle Teile neu brüniert.

Die Neuinstandstellungen wurden auf den Waffen verschiedenstlich markiert. Auf Geradzugrepetier-Gewehren bis und mit Modelljahr 1911 sind grob vier verschiedene Markierungen für Neuinstandstellungen zu finden:
- Punkt Jahreszahl (Beispiel: . 7 für 1907) unter der Waffennummer des Systemgehäuses
- Jahreszahl (Beispiel: 22 für 1922) unter der Waffennummer des Systemgehäuses
- Buchstabe N Jahreszahl (Beispiel: N26 für 1926) unter der Waffennummer des Systemgehäuses. N steht für "Neuinstandgestellt"
- Buchstabe B Jahreszahl (Beispiel: B26 für 1926) unter der Waffennummer des Systemgehäuses. Es ist unklar, für was B steht
- Buchstabe L Jahreszahl (Beispiel: L26 für 1926) unter der Waffennummer des Systemgehäuses. Es ist unklar, für was L steht
- Buchstaben WF Jahreszahl (Beispiel: WF26 für 1926) unter der Waffennummer des Systemgehäuses. WF steht für Waffenfabrik Bern, welche dieses Gewehr neuinstandgestellt hat.

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Infanteriegewehr 89, neuinstandgestellt 1907Infanteriegewehr 96/11, neuinstandgestellt 1904. Im Jahr 1904 war diese Waffe noch ein Infanteriegewehr 89/96Infanteriegewehr 96/11, neuinstandgestellt 1906. Im Jahr 1906 war diese Waffe noch ein Infanteriegewehr 89/96Infanteriegewehr 96/11, neuinstandgestellt 1908. Im Jahr 1908 war diese Waffe noch ein Infanteriegewehr 89/96Infanteriegewehr 96/11, neuinstandgestellt 1910. Im Jahr 1910 war diese Waffe noch ein Infanteriegewehr 89/96
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Infanteriegewehr 96/11, neuinstandgestellt 1909. Im Jahr 1909 war diese Waffe noch ein Infanteriegewehr 89/96Infanteriegewehr 11, neuinstandgestellt 1926, Markierung 26 mit vorangestelltem "N"Infanteriegewehr 11, neuinstandgestellt 1926, Markierung 26 mit vorangestelltem "WF"Infanteriegewehr 11, neuinstandgestellt 1930Infanteriegewehr 11, neuinstandgestellt 1926, Markierung 26 mit vorangestelltem "L"
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Karabiner 00/11, neuinstandgestellt 1934Karabiner 00/11, neuinstandgestellt 1922Karabiner 00/11, neuinstandgestellt 1936Karabiner 00/11, neuinstandgestellt 1936Karabiner 00/11, neuinstandgestellt 1938
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Karabiner 11, neuinstandgestellt 1934Karabiner 11, neuinstandgestellt 1936Karabiner 11, neuinstandgestellt 1937


Bei Karabiner 31 wurde die Neuinstandstellung auf der Verlängerung des Verschlussgehäuses markiert; zum grössten Teil auf der Oberseite, teilweise aber auch auf der Unterseite der Verlängerung. Hier werden drei Varianten unterschieden:
- Kürzel des Zeughaus, welches die Neuinstandstellung vorgenommen hat (z.B. "BE" für Bern, "FR" für Fribourg, etc.)
- Jahreszahl (z.B. 54)
- Schweizerkreuz für weitere Neuinstandstellungen

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Karabiner 31, neuinstandgestellt durch Zeughaus Aarau (Markierung "AG" auf der Unterseite der Verschlussgehäuseverlängerung)Karabiner 31, neuinstandgestellt 1954Karabiner 31, neuinstandgestellt 1955, Pluszeichen für eine weitere NeuinstandstellungKarabiner 31, neuinstandgestellt durch Zeughaus Zürich (Markierung "ZH")Karabiner 31, neuinstandgestellt durch Zeughaus Bern (Markierung "BE")
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Karabiner 31, neuinstandgestellt durch Zeughaus Fribourg (Markierung "FR")Karabiner 31, neuinstandgestellt 1962Karabiner 31, neuinstandgestellt 1962

 
 
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