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GRÜNINGERS FALL (Marktbeobachtung)

Status: abgelaufen/inaktiv
 
Datum: 05.02.2019
Anlass: Ricardo AG, Ricardo AG
 
Verfügbarkeit: beendet, nicht verkauft
Artikelnr.: 917203128
Verkäufer: dolibel
Kategorie: Startseite -> Sammeln & Seltenes -> Militär: Schweiz
Titel: GRÜNINGERS FALL
URL: https://www.ricardo.ch/de/a/grueningers-fall-917203128/
 
Preis: CHF 9.90    
Sofortkaufpreis: CHF 9.90    
 
Beschreibung:
GRÜNINGERS FALL
GESCHICHTEN VON FLUCHT UND HILFE
Stefan Keller
"GRÜNINGERS FALL"
Geschichten von Flucht und Hilfe
Rotpunktverlag Zürich 1993
Masse: 20,5 cm x 13,5 cm / 256 Seiten
Über jüdische Flüchtlinge, Schlepper, Landjäger, Zöllner, Bauern und einen Polizieoffizier mit Gewissen.
Paul Ernst Grüninger (geboren am 27. Oktober 1891 in St. Gallen; gestorben am 22. Februar 1972 ebenda) war ein Schweizer Lehrer, Fussballspieler und ab 1919 Polizeihauptmann in St. Gallen. In den Jahren 1938 und 1939 rettete er als leitender Grenzbeamter mehrere hundert jüdische und andere Flüchtlinge vor der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung. Paul Ernst Grüninger wurde als zweites von vier Kindern des katholischen Tapeziermeisters Oskar Grüninger und dessen protestantischer Frau Maria geboren und protestantisch erzogen. Sein Vater übernahm später ein Tabakwarengeschäft in St. Gallen. Von 1907 bis 1911 machte Paul Grüninger eine Ausbildung zum Lehrer am Lehrerseminar Mariaberg Rorschach. Ab 1913 spielte er als Linksaussen beim Fussballclub Brühl, St. Gallen. In der Saison 1914/15 gewann er mit seiner Mannschaft die Schweizer Meisterschaft. Der Wehrdienst unterbrach seine ersten Berufsjahre, nach Abschluss der Rekruten- und Offiziersschule wurde er zum Leutnant der Verpflegungstruppen ernannt. Im September 1919 empfahl ihm ein Kunde im elterlichen Geschäft die Stelle eines Polizeileutnants im Landjägerkorps des Kantons St. Gallen. Er zögerte jedoch und gab schließlich dem Drängen seiner Eltern nach. Grüninger wurde von 78 Bewerbern ausgewählt. Bald darauf heiratete er Alice Federer, die aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie aus Au kam. Das Ehepaar hatte zwei Töchter, darunter Ruth Roduner (geboren 1921), die sich bis heute (2014) für die Rehabilitierung ihres Vaters einsetzt. 1925 erhielt er die Stelle eines Landjägerhauptmannes. Die Einführung des Judenstempel in Deutschland mit der Verordnung über Reisepässe von Juden vom 5. Oktober 1938 erfolgte aufgrund eines Abkommens zwischen der Schweiz und Deutschland. Eingeführt wurde er auf einen Vorschlag der deutschen Behörden hin, die damit die Einführung der vom Schweizer Bundesrat verlangten Visumpflicht für sämtliche deutsche Staatsangehörige verhindern wollten. Die Schweiz wollte von da an nur dann "reichsangehörige Juden, deren Pass mit dem erwähnten Merkmal versehen ist , die Einreise in die Schweiz gestatten, wenn die zuständige schweizerische Vertretung in den Pass eine 'Zusicherung der Bewilligung zum Aufenthalt in der Schweiz oder zur Durchreise durch die Schweiz' eingetragen hat." Sie hat deutsche Juden im Regelfall nicht als politische Flüchtlinge aufgenommen und den nach der sogenannten Reichskristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 gefährdeten Juden die Einreise in die Schweiz ohne vorherige spezielle Antragstellung und Bewilligung verwehrt. Bei einer Sitzung von kantonalen Polizeifunktionären, unter ihnen der ehrenamtliche Präsident der Schweizerischen Flüchtlingshilfe und Heinrich Rothmund, der Chef der Eidgenössischen Fremdenpolizei, verteidigte Grüninger als Einziger die jüdischen Flüchtlinge: "Die Rückweisung der Flüchtlinge geht schon aus Erwägungen der Menschlichkeit nicht. Wir müssen viele hereinlassen!" Der St. Galler Polizeikommandant Hauptmann Grüninger rettete in den Jahren 1938 und 39 mehrere hundert jüdische und andere Flüchtlinge vor der nationalsozialistischen Verfolgung und Vernichtung, indem er ihnen durch Vordatierung der Einreisevisa und/oder Fälschung anderer Dokumente die Einreise in die Schweiz ermöglichte. 1939 wurde er deswegen vom Dienst suspendiert und seine Ansprüche auf Pension aberkannt. 1940 wurde er wegen Amtspflichtverletzung zur Zahlung einer geringen Geldstrafe verurteilt. Seine Tochter Ruth musste die Handelsschule in Lausanne abbrechen, sie kehrte zur Familie nach St.Gallen zurück und musste sich eine Stelle suchen: "Man sah meinen Vater als Verbrecher an. Ich bekam eine Absage nach der anderen, bis ich in einer jüdischen Textilfirma eine Anstellung fand." Ruth Grüninger konnte damit gerade die Miete für die St.?Galler Wohnung bezahlen, in der sie fortan mit ihrer zwölf Jahre jüngeren Schwester Sonja, ihrer Mutter und ihrem Vater wohnte.
SEHR INTERESSANT !!!
Zustand: PERFEKT !!!
Quelle: Ricardo AG (https://www.ricardo.ch)
 
Disclaimer zur Marktbeobachtung
Die angezeigten Daten der Marktbeobachtung (z.B. Inserate, Auktionsdaten, etc.) stammen von den jeweils in der Quelle angegebenen Internetseiten bzw. dem angegebenen Auktionskatalog. Dabei handelt es sich um laufende oder, in den meisten Fällen, um abgelaufene Angebote.
 
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