Waffengesetz 2019, Umsetzung: Mythos und Wahrheit (25.06.2019)

Viele Leute versuchen nun mit Angst und Schrecken Geld zu machen. Dabei werden oft Unwahrheiten oder Halbwahrheiten verwendet. Hier ein paar Aufklärungen.
Die Aufklärungen sind weder abschliessend noch verbindlich. Sie sind nach bestem Wissen und Gewissen festgehalten. Die Informationen stammen direkt vom Fedpol.
 
Mythos 1: Ab dem 15. August dürfen grosse Magazine (Ladevorrichtungen mit hoher Kapazität, kurz LhK) nur noch mit Ausnahmebewilligung gekauft werden.
 
Wahrheit 1: Ab dem 15. August dürfen LhK gekauft werden, sofern die dazugehörige Waffe rechtmässig erworben wurde. Der Verkäufer der LhK muss dies überprüfen, aber nicht dokumentieren. Es reicht, wenn der vor dem 15. August ausgestellte WES, in welchem die Waffe eingetragen ist (z.B. AR15), vorgelegt wird.
 

Mythos 2: Ab dem 15. August dürfen die neu verbotenen Waffen (z.B. halbautomatische Gewehre mit LhK) nur noch mit Ausnahmebewilligung gekauft werden.
 
Wahrheit 2: Vor dem 15. August ausgestellte Waffenerwerbscheine behalten ihre Gültigkeit während ihrer ordentlichen Gültigkeitsdauer auch für Waffen, welche ab dem 15. August mit Ausnahmebewilligung erwerbbar sind. Konkret heisst das, dass ein am 2. August ausgestellter WES bis zum 2. Februar 2020 genutzt werden kann, um die ab dem 15. August "verbotenen" Waffen zu erwerben. Verlängerte WES können jedoch nicht verwendet werden.
 

Mythos 3: Für die altrechtlich erworbenen, nun "verbotenen" Waffen muss eine Ausnahmebewilligung beantragt werden.
 
Wahrheit 3: Auch das ein Mythos. Sofern die Waffen nicht beim zuständigen Waffenbüro verzeichnet sind, müssen diese gemeldet werden. Das zuständige Waffenbüro erstellt auf Wunsch eine Bestätigung des Besitzes. Mit dieser Bestätigung dürfen dann weitere LhK erworben werden (siehe Mythos 1).
 

Mythos 4: Wenn ich mit einem Kollegen an ein Schützenfest fahre, und er eine Waffe mit LhK hat, ich jedoch die selbe Waffe nur mit 10 Schuss Magazin hat, mach ich mich strafbar.
 
Wahrheit 4:Nein, die LhK ist im Besitz meines Kollegen und nicht in meinem Besitz. Strafbar ist erst das Einsetzen der LhK in die Waffe, welche nicht als Waffe mit LhK registriert ist.
 

Klärungen zur Ausnahmebewilligung für Waffen mit LhK:
- eine Ausnahmebewilligung kostet CHF 50.- (gleichviel wie ein WES)
- eine Ausnahmebewilligung kann ebenfalls für bis zu drei Waffen verwendet werden (wie heute beim WES)
 

Anforderungen für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung
Für die Erteilung einer Ausnahmebewilligung muss der Antragsteller einen der folgenden Punkte erfüllen:
- Mitglied in einem Verein. In irgendeinem Verein. Egal welche Art und Weise. Wer eine Ausnahmebewilligung für eine Langwaffe beantragt, darf auch "nur" Mitglied in einem Pistolenverein sein.
- nachweisen, dass er mindestens innert fünf Jahren fünf mal an unterschiedlichen Tagen schiesst. Egal mit was. Es muss nicht mit der beantragten/bewilligten Waffe geschossen werden.
- sich als Sammler eintragen lassen.
 

Allgemeine Klärungen zum aktuellen Waffengesetz
Immer wieder werde ich mit weiteren Mythen konfrontiert. Hier noch ein paar Aufklärungen:
- Beim Transport von Waffen und Munition darf sich keine Munition in den Magazinen befinden. Punkt. Ende. Es steht nirgends, dass Waffe und Munition getrennt sein müssen. Das heisst, die Waffe und die Munition darf im selben Behältnis transportiert werden, solange die Magazine leer sind (vgl. Art. 28 WG und vor allem Art. 51 WV, welcher Art. 28 WG präzisiert).
- Bei Schützenfesten scheint es gängig zu sein, dass jemand alle Waffen einsammelt und so zur Waffenkontrolle bringt. Dies ist verboten, da es ein Besitzwechsel ist, welcher einen WES benötigt. Auch eine Vollmacht etc. bringt nichts; der Waffenbesitzer und der Transporteur können in diesem Fall verzeigt werden.
 

Über den Sinn und Unsinn von oben genannten Regelungen, welche uns von der EU aufgezwungen werden, möchte ich mich nicht äussern.
 
Alle Angaben ohne Gewähr.